Die ersten Momente

Es ist soweit, das Baby ist geboren. Völlig fertig und geschafft liegen sie da, verschwitzt, Ko und überglücklich. Ihr kleines hat seine ersten Schreie losgelassen, wurde gebadet, gemessen, gewogen und versorgt. Eventuell wurden sie genäht und jetzt nach fast 40 Wochen wärmender Sicherheit in ihrem Bauch und den Strapazen der Geburt halten sie ein kleines Wunder, das größte Wunder auf Erden in ihren Armen. Instinktiv sucht ihr kleines nach ihrer Brust, saugt sich mit erstaunlicher Kraft daran fest und trinkt als hätte es nie etwas anderes getan. Geben sie ihm einen Finger in die Handfläche. der Greifreflex ist so stark ausgeprägt, dass es ihren Finger mit all seiner Kraft umklammern wird.

Vielen Eltern kommen in diesen Momenten die Tränen. Weinen sie ruhig, so bauen sie all den Stress der vergangenen Stunden ab.

Die ersten Tage

Nachdem die erste Begeisterung, die erste Euphorie abgeflaut sind wird es ihnen zunächst wohl erstmal ziemlich schlecht gehen. Sie fühlen sich furchtbar hässlich, ihr Bauch ist ein unförmiges, weiches, wabbelndes Ding, sie haben vermutlich von den schlaflosen Babynächten Ringe unter den Augen, durch den starken, seltsam riechenden Wochenfluss fühlen sie sich schmutzig, ihre Brüste tun vom Milcheinschuss weh und sind plötzlich überdimensional groß. Sitzen ist noch unangenehm, nach einem Schnitt oder Riss tut jede Bewegung schrecklich weh, bei einem Kaiserschnitt ist es nicht anders. Dazu kommt das Gefühl, sich selbst noch nicht richtig um den Nachwuchs kümmern zu können. Sobald Baby schreit und weder hunger hat noch gewickelt werden will gerät man schnell in Panik, das kleine spuckt viel von der ungewohnten Nahrung, Bäuerchen machen dauert oft Stunden und Wickeln dauert Ewigkeiten. Zudem hat man oft Angst, dem Baby beim Anziehen weh zu tun. Und das schlimmste. Ihr kleines interessiert sich nicht für sie, nur für ihre Brüste. Nahrung, Schlaf und Verdauung.

Tja, und dann ist da noch der sogenannte Ammenschlaf. Schon Wochen vor der Geburt sind sie wegen dem kleinsten Geräusch aus dem Schlaf aufgeschreckt, jetzt ist es noch schlimmer. Anstatt richtig zu schlafen dösen sie nur kurze Zeit um bei jedem Mucks des Babys sofort hellwach zu sein. Das wurde von der Natur so eingerichtet uns sorgt dafür, dass Baby auch Nachts optimal versorgt und immer sicher ist. Tja, aber dass das Mama völlig fertig macht ist der Natur natürlich egal...

Haben sie keine Sorge, schon nach einigen Tagen gehen sie routiniert mit ihrem Baby um, die Schmerzen verschwinden nach spätestens 2-3 Wochen, ihr Tag wird sich so einpendeln, dass sie auch wieder Schlaf finden.

 

Endlich Zuhause

Ob sie Ambulant entbunden haben oder noch Tage im Krankenhaus verbracht haben ist egal, das schönste Gefühl ist es, ihr Baby endlich über die Schwelle in sein neues Zuhause zu tragen.

Naja, und dann beginnt der richtige Stress.

Ihr Partner und sie werden nun für lange Zeit sehr, sehr Müde sein. Baby wird, wenn sie nicht viel Glück haben Nachts 1-7 mal aufwachen und aus vollem Halse Nahrung fordern. Plötzlich haben sie wieder Haushalt zu erledigen. Sorgen sie für diese Zeit dafür, dass sie Hilfe bekommen, decken sie sich schon vorher gut mit Fertiggerichten ein. Viele Babys haben in den ersten 3 Monaten Koliken und so manches Elternpaar ist mit dem spuckenden, schreienden Kinderding restlos überfordert.

Auch hier solltn sie sich keine Sorgen machen. Das legt sich, und wenn ihr Kind endlich anfängt zu Lächeln ( mit etwa 2-3 Monaten) ist aller Stress vergessen.

 

Das Wochenbett

Wochenbett heißt jene Zeit zwischen Geburt und "normalzustand" des Körpers, es ist die Zeit der Rückbildung, Normalisierung und der Einstellung auf das neue Dasein als Mutter & Futterautomat.

Die Gebärmutter bildet sich in dieser Zeit zurück. Am ersten Tag nach der Geburt schwillt sie durch die muskuläre Entspannung nochmal an. Der Fundusstand ist dann zwischen Nabel und Symphyse, sie wiegt ca1000g. Am ersten Tag nach der Geburt bis 1 Fingerbreit unter dem Nabel, am dritten Tag 2 Fingerbreit unter dem Nabel, am zehnten Tag zur Symhyse. Nach 6 Wochen ist sie völlig zurückgebildet und wiegt dann noch 50 - 70g.

Geburtsverletzungen wie z.B. ein Dammriss oder Schnitt oder Abschürfungen müssen nun abheilen. Nun gelten besondere Hygieneregeln. Nach jedem Toilettengang muss nun der Intimbereich gründlich abgespült werden mit Wasser und evtl. einer Kamillelösung. Auch Sitzbäder können gemacht werden um ein schnelleres Abheilen zu gewärleisten. Die dicken Binden (Flockenwindeln) für den Wochenfluss sollten sehr häufig gewechselt werden.

Der Wochenfluss entsteht, weil sich in der Gebärmutter, dort wo zuvor die Plazenta lag eine blutende Wunde entstanden ist. Durch die Kontraktionen der Nachwehen zieht sich die Gebärmutter zusammen und verschließt diese Wunde nach und nach. Dadurch verändert der Wochenfluss seine Farbe und Konsistenz. Zuerst kommt viel dunkelrotes Blut, fast schwarze Schleim & Gewebestückchen, nach einigen Tagen wird der Ausfluss weniger und heller, dann bräunlich und schließlich gelblich und dann weiß. Der Wochenfluss dauert ca 4-6 Wochen. In dieser Zeit sollten sie peinlichst genau darauf achten, dass die Brüste, mund oder offene wunden nicht mit diesem Sekret in Berührung kommen, da der Wochenfluss hochentzündlich ist. Vermeiden sie Bäder die bis an ihre Brüste reichen. Entzündete Brustwarzen könnten sonst die Folge sein.

Die Brust wird durch den Milcheinschuss hart werden und sich rasch vergrößern. Dies wird ihnen etwa 1-2 Tage schmerzen bereiten, da die Haut spannt, jede Berührung schmerzt und sie sich fühlen als hätte jemand scharfkantige Steine in ihre Brüste gefüllt. Ein warmes Körnerkissen kann abhilfe schaffen oder auch ein Beutel gefrorene Erbsen. Legen sie ihr Baby nun häufig an, das lindert die schmerzen und sorgt für eine gute Milchbildung.

 

Der Babyblues

Um den dritten Tag nach der Geburt haben viele Frauen die sogenannten "Heultage" den Babyblues. Die Plazenta die während der ganzen Schwangerschaft ein bestimmtes Hormon gebildet hat fehlt nun plötzlich was eine recht rasche Hormonumstellung zur Folge hat. Dieses "Hormonloch" in das die Frau fällt wenn der letzte Rest des Hormons aus ihrem Blut verschwunden ist sorgt dafür, dass sie in diesen Tagen psychisch äußerst Labil ist. Dazu kommt noch, dass man in dieser Zeit unendlich müde ist. Das Kind verlangt alle 2-5 Stunden etwas zu essen, die Brüste tun vom Milcheinschuss und von der ungewohnten Saugbelastung durch das Baby sehr weh, ständig kommt Besuch oder nette Menschen rufen "nur mal so" an. Jetzt erst wird ihnen so richtig Bewusst, was es heißt ein Kind ( oder ist es schon das zweite, das dritte? ) bedeutet. Keine Freiheiten mehr, nie mehr einfach spontan machen was man möchte... Diverse Risse und / oder Nähte ( Kaiserschnitt / Dammriss / Dammschnitt ) Tun jetzt durch die Wundheilung besonders weh, die Nachwehen sind auch nicht ohne und sie fühlen sich restlos überfordert und der Mutterrolle nicht gewachsen. Jetzt ein Falsches Wort vom Partner der so gar nicht versteht wie eine Frau die als frisch gebackene Mutter jetzt gerade besonders glücklich sein müsste ständig nur heulen und jammern kann und eine Welt bricht zusammen.

Keine Sorge, das ist alles völlig normal. Erst wenn Selbstmordgedanken hinzu kommen oder die depressionen lange anhalten oder sogar in Hass gegen das Baby umschlagen sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.